Erkennungstechnik für Zeiterfassungsgeräte

Erkennungstechnik in der Zeiterfassung

Dieser Bericht war zuerst eingebettet in unserem Bericht
Zeiterfassungsgeräte: Informieren vor dem Kauf

Da die Übersicht immer umfangreicher wird haben wir diesen Teil ausgelagert.

 

Allgemeines zur Erfassungstechnik

In Zeiterfassungsgeräten ebenso wie in Controllern für die Zutrittskontrolle werden die gleichen Techniken genutzt, um den Mitarbeiter eindeutig zu indentifizieren. Hintergrund ist die sichere Erfassung von Daten bzw. Kontrolle der Zutritte ohne zusätzliches Personal.
Das entspringt nicht immer dem Sparzwang, da manche Gebäude oder Arbeitsplätze den Einsatz eines Pförtners gar nicht zulassen.

Anforderungen an die Zeiterfassungsgeräte

Wie oben schon ersichtlich, ist neben den Kosten die sichere Erkennung des Mitarbeiters ein wesentliches Merkmal. Liegt die Erfassungsstelle im Aussenbereich, so kommen noch erweiterte Anforderungen an Temperatur und Wetterbeständigkeit hinzu.
Und wenn man schon mal dabei ist wäre ein Schutz vor Manipulation wünschenswert um Mißbrauch zu vermeiden. Eine sichere Erkennung eben.

Nun aber zur Übersicht:


 

Stempelkarten

Stempelkarten waren die ersten Ansätze einer Zeiterfassung. Gestemplet würde mit mobilen Sonderstempeln oder stationären Stempeluhren. Letztere waren eine Kombination aus Uhr und Stempelwerk, der Anwender musste nur noch seine Karte einstecken. In den heute erhältlichen Versionen sind alle Möglichkeiten ausgereizt. Datum und Uhrzeit sind per Funk synchronisiert, die Stempleuhr kann teilweise sogar schon rechnen.
Geblieben ist das Medium Stempelkarte aus Pappe, auf welchem die Zeiten des Mitarbeiters erfasst werden.

Vorteile:günstige Erfassungsgeräte
Der Mitarbeiter ist informiert über die Stempelungen

Nachteile:
Stempelkarten müssen ständig nachgekauft werden.
Übernahme in EDV nur manuell
Nicht manipulationssicher
Nicht für den Aussenbereich


Passwort über Tastatur

Die Erkennung über ein Passwort ist sicherlich eine der ältesten eingesetzten Methoden in der elektronischen Datenerfassung.
Am Zeiterfassungsgerät wird eine Zahlenkombination eingegeben, welche meist je Mitarbeiter individuell zusammengestellt wird und den Mitarbeiter eindeutig indentifiziert. Da der Code nicht beliebig lang werden kann (sonst wird der Code vergessen oder die Fehleingaben häufen sich) wird dieser gern mit einer Kennung kombiniert.

Vorteile:
Günstig umzusetzen
Kein gesonderter Ausweis notwendig

Nachteile:
Kann vergessen werden
Kann ausgespät werden
Fehleingaben möglich (vertippen)
nicht manipulationssicher


 

Chipkarten

Eine bekannte und häufig eingesetzte Methode (Bankkarte, Krankenkassenkarte, Sim- Karte u.a). Mit einem kontaktbehafteteten Schreib- Leseverfahren werden Daten in den Chip übertragen bzw. gelesen. Da meist mehr Platz auf dem Chip ist können auch noch weitere Daten neben der reinen Erkennung gespeichert werden. Chipkarten in Zeiterfassungsgeräten werden seit einiger Zeit immer häufiger durch Transponder abgelöst, da der ehemalige Preisvorteil kaum noch gegeben ist.

Vorteile:
Günstige Technik
Relativ sicheres und verbreitetes Verfahren
Zusatzinformationen sind möglich
Durch Codierung ausreichend manipulationssicher

Nachteile:
Verschmutzung oder mechanische Beschädigung der Karte möglich
Verschmutzung oder mechanische Beschädigung des Lesers möglich
Nur im Kartenformat verfügbar
nur bedingt im Aussenbereich verwendbar


 

Magnetkarten

Für Magnetkarten gilt fast das gleiche wie für Chipkarten. Auch diese technik wurde und wird heute noch verwendet. Wie bei einem Tonband wird ein Magnetband am Kopf des Lesers vorbeigeführt und dabei gelesen. Die Aufteilung in mehrere Spuren ermöglicht auch hier die Speicherung von zusätzlichen Daten.
Dem Problem der Lesegeschwindigkeit versucht man mit verschiedenen Techniken zu begegnen, die aufwändigste ist sicherlich der motorisierte Einzugsleser (zum Bsp. im Bankterminal).

Vorteile:
Sehr günstige Technik (mechanische Leseeinheiten)
Durch Codierung ausreichend sicheres Verfahren

Nachteile:
Verschmutzung oder mechanische Beschädigung der Karte möglich
Verschmutzung oder mechanische Beschädigung des Lesers möglich
Beschädigungen (Löschen der Informationen) durch Magnetquellen möglich
Nur im Kartenformat verfügbar
begrenzte Lesegeschwindigkeit
nur bedingt für den Aussenbereich geeignet


 

Barcode

Hierzu kann man grundsätzlich nur sagen, diese Technik ist günstig, sicher und schnell. Leider werden diese Vorteile durch einen recht grossen Leser erkauft. Da der Barcode schnell verschmutzt wird diese Technik eher in der Projektzeiterfassung eingesetzt. Hier kann der Barcode regelmäßig ausgetauscht werden.
QR- Code (2D- Code) ist zwar mittlerweile verfügbar und sicher, bedingt allerdings eine höhere Rechenleistung der Erkennungseinheit. Zudem nimmt die Erkennungsrate bei zunehmender Entfernung schnell ab.

Vorteile:
Sehr günstige Ausweise (können auch selbst gedruckt werden)
Recht grosse Erkennungsreichweiten (Strichcode)
Auch für den Aussenbereich geeignet
ausreichende Sicherheit durch Verwendung von „unsichtbaren“ Barcode (Infrarottechnik)

Nachteile:
Leichtes verschmutzen
relativ grosse Leseeinheiten
sichtbarer Barcode nicht ausreichend manipulationssicher


 

Transponder:

Bekannt mittlerweile aus der Presse ist diese Technik beliebt und im täglichen Einsatz kaum wegzudenken. Transponder werden in der Warensicherung, bei der Produktion und eben auch in Zeiterfassungsgeräten eingesetzt. Die (passiven) Ausweise sind relativ günstig und in verschiedenen Bauformen verfügbar. Die GeBITtech verwendet in allen angebotenen Geräten Transponderleser verschiedener Formate. Die Formate sind untereinander nicht kompatibel und nutzen hauptsächlich zwei Frequenzen:
125KHz für das Format EM41xx oder HID
13,65MHz für die Formate Mifare© (diverse) und Legic©
Übrigens ist das in Handy’s eingesetzte NFC (near field) ein Derivat von Mifare.

Vorteile:
Sichere Erkennung
Verschiedene Bauformen der Ausweise
Günstiges Verfahren
Durch Codierung ausreichend manipulationssicher

Nachteile:
In Ausweiskarten kann der Leser durch Knicke beschädigt werden
Weitergabe möglich


 

Fingerprint

Wetterfester Fingerprintleser

Externer Fingerprintleser

Die Fingerprinttechnik hat ihren Ursprung in der Beweissicherung (Kriminaltechnik) und basiert auf der Annahme, dass jeder Fingerabdruck einmalig ist. Mittlerweile ist diese Annahme wiederlegt, da es nachweislich durchaus gleiche Fingerabdrücke gibt. In der Zeiterfassung ist dies allerdings ohne Belang, da die Möglichkeit innerhalb eines Unternehmens sehr unwarscheinlich ist.

Optische Erfassung des Fingerabdrucks

Im optischen Leseverfahren wird die Fingerkuppe von einer Lichtquelle ausgeleuchtet und gescannt (ähnlich einem Scanner im Büro). Dabei werden auf der Leseeinheit Schmierabdrücke hinterlassen (Latenzabdruck), welche zu Phantombuchungen führen können. Um diesem zu begegnen werden Maßnahmen wie das Verhindern von Lichteinfall in die Leseeinheit bis hin zur komplexeren Prüfung auf lebendes Material durch Infrarot, Temperaturmessungen oder 3D- Prüfung ergriffen. In der Zeiterfassung werden Zeiterfassungsgeräte mit einfacherer Technik bevorzugt, da der Aufwand für eventuellen Missbrauch durch den Arbeitnehmer recht hoch ist.

Widerstandmessung, kapazitive Fingerprinterfassung

In diesem Verfahren werden durch die Oberflächen der Fingerkuppen Kondensatorplatten (das Scanfeld) entladen. Durch die Struktur der Oberfläche geschieht diese Entladung unregelmäßig und kann so durch einen speziellen Softwarealgorythmus einen Abdruck des Fingers erstellen. Nachteilig sind hierbei ungewollte Spannungen wie sie zum Beispiel vor einem Gewitter auftreten, Spannungsfelder durch Reibungen (Seidenstümpfe) und andere welche das Scanergebnis beeinflussen oder verhindern können.

In beiden Verfahren werden Scanergebnisse von ca. 500DPI erzeugt was in der Praxis bei Erwachsenen völlig ausreichend ist.
Bestimmende Faktoren in der angewandten Fingerprinttechnik sind die Verwechselungsgefahr bzw. die Nichterkennung. Nicht erkannte Finger werden mit einer erneuten Aufforderung zum Scannen beantwortet bis der Finger sicher identifiziert ist. Die Zurückweisungsrate (FRR) sollte bei einem guten Zeiterfassungsgerät unter 1% liegen. Natürlich muß der Scanvorgang durch passende Rahmenbedingungen (saubere Finger) unterstützt werden.
Deutlich unangenehmer ist die Fehlererkennung eines Fingers (FAR). Hier wird ein Finger fälschlich einem anderen Mitarbeiter zugeordnet. Der oben schon angesprochenen Schmierabdruck kann ein Grund für eine solche Falschzuweisung sein, aber auch zu wenig gespeicherte Merkmale sind hierfür verantwortlich.
Kann der Algorythmus nur 15 oder weniger Merkmale je Finger berechnen, so sind durch die natürliche Unschärfe beim Auflegen mitunter einfach zu wenig Merkmale vorhanden und eine Verwechselung ist möglich. Achten Sie also auf eine ausreichend hohe Auflösung (500dpi) sowie auf möglichst viele gespeicherte Merkmale.

Wie sie sehen ist Fingerprint eine tolle Lösung, vorausgesetzt die eingesetzte Technik ist ausreichend sicher und ausgereift. Unsere Zeiterfassungsterminal lösen den Fingerabdruck mit 500dpi auf und erfassen bis zu 22 Merkmale je Finger. Jeder Finger wird beim Anlernen durch dreimaliges Scannen verifiziert und wird auch bei verdrehtem Auflegen sicher erkannt.
Mittlerweile werden mehr als 80% unserer Erfassungsgeräte mit Fingerprintleser bestellt!

Vorteile:
Sehr komfortabel
Keine vergessenen Ausweise mehr
Verwechselungsgefahr fast ausgeschlossen
ausreichend Manipulationssicher
relativ günstige Technik
In Kombination mit RFID oder Passwort sehr sicher

Nachteile:
Sicherheit und Komfort nur bei ausgereifter Technik
Akzeptanz beim Mitarbeiter mitunter kritisch
Nur bedingt für den Aussenbereich geeignet (Sonnenlicht, Vereisung, Schmutz, Induktionen)


 

Diese Übersicht wird demnächst noch erweitert. Wir freuen uns auf Ihren erneuten Besuch!

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